„Bin ich dann bei euch angestellt?" Das ist eine der häufigsten Fragen, die Creatorinnen einer Agentur stellen — und eine der am wenigsten klar beantworteten. Die schwammige Variante — „das ist so eine Art Partnerschaft" — ist keine Antwort. Und der Unterschied entscheidet darüber, wer Steuern schuldet, wer Sozialabgaben schuldet und womit du dastehst, wenn es endet.

Das sind allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Wir sind eine Marketingagentur, keine Anwaltskanzlei, und die Regeln unterscheiden sich deutlich je nach Land. Was folgt, ist, wonach du fragen und worauf du achten solltest — lass deinen konkreten Vertrag anschließend von einer qualifizierten Person an deinem Wohnort prüfen.

Der Normalfall: zwei Unternehmen, ein Dienstleistungsvertrag

In fast jedem seriösen Verhältnis zwischen Creatorin und Agentur ist niemand bei niemandem angestellt. Du führst ein Unternehmen — deine Seite, deinen Content, dein Einkommen. Die Agentur führt ein Unternehmen, das dir eine Leistung verkauft. Ihr vereinbart einen Umfang, ihr vereinbart einen Prozentsatz, und jede Seite stellt Rechnungen und versteuert selbst.

Das ist kein Schlupfloch. Es beschreibt das Verhältnis tatsächlich, weil bei dir bleibt, was Selbstständigkeit ausmacht:

  • Du entscheidest, wann du arbeitest. Keine Schichten, keine Anwesenheit, keine Mindeststunden.
  • Du entscheidest, was du produzierst. Die Agentur berät; der Content ist deiner.
  • Dir gehört das Konto. Es läuft auf deinen Namen, mit deiner Verifizierung.
  • Du trägst das unternehmerische Risiko. Ein schlechter Monat ist dein schlechter Monat — genau deshalb ist die Vergütung der Agentur ein Prozentsatz und kein Lohn.
  • Du darfst mit anderen arbeiten, sofern ihr für einen definierten Bereich nichts anderes ausdrücklich vereinbart habt.

Wenn all das zutrifft, ist „freier Dienstleistungsvertrag" kein Etikett, das jemand gewählt hat — es ist schlicht das, was die Zusammenarbeit ist.

Wann es das nicht mehr ist — und warum das zählt

Die Bezeichnung im Vertrag entscheidet gar nichts. In den meisten Ländern schauen Behörden darauf, wie das Verhältnis tatsächlich gelebt wird, und stufen um, wenn die Substanz nach Anstellung aussieht. Die üblichen Anzeichen:

  • Feste Schichten oder ein Zeitplan, den du nicht selbst setzt
  • Verbindliche Output-Vorgaben mit Sanktionen
  • Exklusivität, die dich daran hindert, für andere zu arbeiten
  • Die Agentur hält die Zugangsdaten und kontrolliert den Zugriff
  • Ein fester Monatsbetrag unabhängig davon, was das Konto eingenommen hat
  • Eingliederung in ihre Teamstruktur und Weisungen wie an Personal

In Deutschland heißt das Scheinselbstständigkeit. Die Folgen treffen vor allem das Unternehmen: Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen, üblicherweise für die letzten vier Jahre und bei nachgewiesenem Vorsatz erheblich länger, dazu mögliche Strafbarkeit wegen Vorenthaltens von Arbeitnehmerbeiträgen. In den USA heißt das Gegenstück Worker Misclassification, mit eigenen Sanktionen. So oder so: Eine Konstruktion, die sich für dich bequem anfühlt, kann später zusammenbrechen — und du stehst mittendrin.

Der Punkt ist nicht, dass Anstellung schlecht wäre. Der Punkt ist, dass die Form zur Substanz passen muss. Wenn es wirklich Anstellung ist, braucht es einen echten Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung, Sozialabgaben und Gehaltsnachweise.

Das „Festgehalt"-Angebot

Manche Agenturen werben mit einem garantierten Monatsbetrag statt eines Prozentsatzes. Für eine Creatorin nach einem schlechten Monat klingt das nach Sicherheit. Schau genauer hin, bevor du zugreifst.

Was es in der Praxis meist bedeutet: Die Agentur kontrolliert das Konto, behält, was es erwirtschaftet, und zahlt dir davon einen festen Bruchteil. In einem guten Monat verdienst du weit weniger, als deine Arbeit erzeugt hat — und du siehst die Zahlen nie, um zu wissen, um wie viel. Endet es, bleiben Konto, Abonnenten und Content-Historie bei ihnen.

Und rechtlich: Ein garantierter Monatsbetrag für weisungsgebundene Arbeit ist in den meisten Rechtsordnungen genau das, wonach Anstellung aussieht. Stell also die naheliegende Frage — ist das ein Arbeitsvertrag mit Lohnabrechnung und Sozialabgaben, oder ein „Gehalt", das gegen Rechnung gezahlt wird? Ist es das Zweite, hat jemand entschieden, ein Beschäftigungsverhältnis nicht ordentlich anzumelden — und du bist Teil davon.

Es gibt seriöse Arbeitgeber im Adult-Bereich, mit echten Verträgen und echter Lohnabrechnung. Es sind nicht die, die dir ein „Gehalt" im Telegram-Chat anbieten.

Was ein sauberer Vertrag enthält

Unabhängig vom Land beantwortet ein ernstzunehmender Vertrag all das schriftlich:

  • Wer die Parteien sind. Vollständige Namen und Anschriften auf beiden Seiten. Eine Agentur, die ihre eigenen Firmendaten nicht in den Vertrag schreibt, hat dir genug gesagt.
  • Was die Leistung ist. Konkret: Marketing, Chatting, Uploads, Strategie — was enthalten ist und was nicht.
  • Der Prozentsatz und seine Bezugsgröße. Ob auf Brutto oder auf dein Guthaben nach dem Plattformabzug gerechnet wird. Allein das verschiebt dein Netto um rund ein Fünftel — die Rechnung steht in wie viel Prozent Agenturen nehmen.
  • Wie das Geld fließt. Auszahlungen gehen auf dein Konto. Die Agentur stellt dir eine Rechnung, oder du überweist den vereinbarten Anteil selbst. Deine Auszahlungen dürfen nirgendwo anders landen.
  • Kontoeigentum. Schriftlich: Konto, Nutzername, Abonnentenstamm und Content gehören dir — währenddessen und danach.
  • Zugriff und Sicherheit. Wer bekommt worauf Zugriff, und wie wird er beim Vertragsende entzogen.
  • Laufzeit und Kündigung. Monatlich oder kurze Erstlaufzeit. Zwölfmonatige Bindungen mit Vertragsstrafe sind eine Falle.
  • Was am Ende passiert. Übergabe, Löschung deiner Daten auf deren Seite, kein verbleibender Zugriff.
  • Datenschutz. In der EU braucht eine Agentur, die deine oder die Daten deiner Fans in deinem Auftrag verarbeitet, in der Regel einen schriftlichen Auftragsverarbeitungsvertrag.
  • 18+ und Content-Regeln. Beide Seiten bestätigen, dass alle Beteiligten volljährig und verifiziert sind und der Content den Plattformregeln entspricht.

Fehlt eine Klausel, ist das kein Versehen, über das man hinwegsieht. Das ist die Klausel, die dir später fehlen wird.

Steuern: beide Seiten, getrennt

In einem Dienstleistungsverhältnis versteuert jede Seite ihr eigenes Einkommen. Deine Einnahmen sind in deinem Land als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit steuerpflichtig, die Provision der Agentur ist deren Umsatz, und keiner behält für den anderen etwas ein. An deiner Erklärungspflicht ändert die Zusammenarbeit mit einer Agentur nichts — siehe wie Steuern auf Creator-Einkommen funktionieren.

Wenn dir jemand erzählt, mit einer Agentur müsstest du „dich um die Steuerseite nicht kümmern", ist das keine Leistung. Das ist das Problem eines anderen, das zu deinem wird.

Warnsignale in einer Liste

  • Kein schriftlicher Vertrag, oder einer, den du noch am selben Tag unterschreiben sollst
  • Firmendaten der Agentur fehlen oder bleiben vage
  • Deine Auszahlungen laufen über deren Konto
  • Login und 2FA abgegeben, sodass du niemanden mehr aussperren kannst
  • Exklusivität über den vereinbarten Leistungsumfang hinaus, oder Bindung über mehrere Monate
  • Ein „Gehalt" ohne Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung und Gehaltsnachweise
  • Feste Schichten und Vorgaben neben dem Etikett „freiberuflich"
  • Alles, was du zahlst, bevor du verdient hast

Wie wir das bei Pony Agency machen

Wir sind Dienstleister, nicht dein Arbeitgeber, und wir tun auch nicht so. Keine Schichten, keine Mindeststunden, keine Anwesenheit — du drehst, wann es dir passt, von dort, wo du wohnst. Das Konto bleibt auf deinen Namen, der Content bleibt deiner, und dein Auszahlungskonto rühren wir nie an: Unsere Provision kommt von dir, von deinem eigenen Konto, nachdem du bezahlt wurdest.

Alles oben Genannte steht schriftlich fest, bevor jemand anfängt: der Umfang, der Prozentsatz samt Bezugsgröße, die Kündigungsfrist und was mit dem Konto passiert, wenn du gehst. Verträge laufen monatlich — wir verdienen lieber den nächsten Monat, als den letzten festzuzurren.

Bewirb dich bei Pony Agency und lies die ganze Vereinbarung, bevor du dich entscheidest. Genau dafür ist sie da.

FAQ

Bin ich bei einer OnlyFans-Agentur angestellt?

In der Regel nein. Der Normalfall ist ein Dienstleistungsvertrag zwischen zwei selbstständigen Unternehmen: Du behältst das Konto, setzt deine Zeiten selbst und trägst das unternehmerische Risiko, die Agentur wird prozentual vergütet. Sieht dein Alltag stattdessen nach Schichten, Vorgaben und Weisungen aus, passt das Etikett womöglich nicht zur Realität.

Ist ein Festgehalt von einer Agentur ein gutes Angebot?

Selten. Meist bedeutet es, dass die Agentur das Konto kontrolliert und behält, was es erwirtschaftet, während du einen Bruchteil bekommst — und am Ende mit nichts dastehst. Rechtlich ist ein garantierter Monatsbetrag für weisungsgebundene Arbeit das, wonach Anstellung aussieht: Dafür braucht es einen echten Arbeitsvertrag und Lohnabrechnung, keine Rechnung.

Was ist Scheinselbstständigkeit?

Ein als freiberuflich bezeichnetes Verhältnis, das der Substanz nach Anstellung ist. In Deutschland treffen die Folgen vor allem das Unternehmen: Nachzahlung von Sozialabgaben, üblicherweise für vier Jahre und bei Vorsatz länger, dazu mögliche Strafbarkeit. Andere Länder nennen es Misclassification und sanktionieren es ebenfalls.

Wer zahlt die Steuern?

Jede Seite ihre eigenen. Dein Creator-Einkommen ist an deinem Wohnsitz als selbstständige Tätigkeit steuerpflichtig, die Provision der Agentur ist deren Umsatz. Keine Agentur behält Steuern für dich ein, und keine kann dir diese Pflicht abnehmen.

Was muss im Vertrag stehen?

Vollständige Firmendaten beider Seiten, der Leistungsumfang, der Prozentsatz samt Brutto- oder Netto-Bezug, dass Auszahlungen auf dein Konto gehen, Konto- und Content-Eigentum, Zugriffsregeln, Kündigungsfrist, Übergabe am Ende — und in der EU ein Auftragsverarbeitungsvertrag.

Darf eine Agentur Exklusivität verlangen?

Für einen definierten Bereich kann das vernünftig sein, etwa dass nur sie deine Hauptseite betreut. Exklusivität, die dich überall an jeder Zusammenarbeit hindert oder den Vertrag überdauert, ist etwas völlig anderes und gehört abgelehnt.


Das Etikett zählt weniger als die Substanz — und die Substanz gehört schriftlich fixiert. Dein Konto, deine Auszahlungen, deine Zeiten, dazu eine Kündigungsfrist, die du auch nutzen kannst. Bewirb dich bei Pony Agency, wenn du das in einem Vertrag haben willst, den du vor der Unterschrift lesen kannst.