Frag fünf Agenturen nach ihrem Satz, und du bekommst fünf Zahlen zwischen 20 % und 50 %. Keine dieser Zahlen bedeutet für sich genommen etwas, denn die entscheidende Frage ist nicht wie viel — sondern Prozent wovon.

Zwei Agenturen, die beide „40 %" nennen, können dir Beträge übrig lassen, die sich um ein Fünftel deines Einkommens unterscheiden. So liest du das Angebot, das vor dir liegt.

Die Frage, die alles verändert: Prozent wovon?

OnlyFans nimmt 20 %, bevor du einen Cent siehst. Es gibt also zwei verschiedene Bezugsgrößen, auf die eine Agentur abrechnen kann — und fast niemand sagt dazu, welche gemeint ist.

Nimm 1.000 $, die Fans tatsächlich ausgegeben haben:

Agentur nimmt 40 % vom Brutto Agentur nimmt 40 % vom Netto
Fans zahlen 1.000 $ 1.000 $
OnlyFans behält 20 % −200 $ −200 $
Dein Guthaben 800 $ 800 $
Anteil der Agentur 40 % von 1.000 $ = 400 $ 40 % von 800 $ = 320 $
Dir bleiben 400 $ 480 $

Dieselbe Zahl auf dem Schild. 80 $ mehr pro 1.000 $ in deiner Tasche — 20 % mehr Geld — allein durch die Bezugsgröße.

Die erste Frage in jedem Gespräch lautet also: „Sind das Prozent von dem, was Fans zahlen, oder von dem, was nach dem Abzug von OnlyFans in meinem Guthaben landet?" Eine Agentur, die das nicht sofort und schriftlich beantwortet, sagt dir damit schon etwas.

Übliche Spannen nach dem, was du tatsächlich bekommst

Einen offiziellen Standard gibt es nicht, aber der Markt hat sich auf recht einheitliche Bänder eingependelt. Das sind reine Provisionssätze — ohne Vorabgebühr, dazu unten mehr.

Leistungsumfang Übliche Spanne
Nur Marketing und Traffic (Chats machst du selbst) 15–25 %
Nur Chatting und DM-Monetarisierung 20–30 %
Volle Betreuung: Marketing, Chatting, Uploads, Strategie 30–50 %
Alles über 50 % selten, und braucht eine außergewöhnliche Begründung

In welches Band du gehörst, bestimmt der Umfang — nicht, wie gut das Verkaufsgespräch war. Wer 45 % will und nur Marketing macht, verlangt Vollbetreuungspreise für eine Teilleistung.

Für echte Vollbetreuung gilt: Die Mitte dieses Bands — rund 40 % — ist der Marktpreis, kein Aufschlag. Ein Angebot mit 30 % liegt an der Untergrenze dessen, wofür Vollbetreuung überhaupt leistbar ist; alles Richtung 50 % liegt oben und sollte mit etwas Außergewöhnlichem verbunden sein.

Vorsicht gilt aber auch andersherum. Ein Angebot mit 15 % für „volle Betreuung" leistet entweder deutlich weniger als behauptet, oder holt sich die Differenz an einer Stelle, die du nicht siehst — meist über so viele Creatorinnen gleichzeitig, dass niemand echte Aufmerksamkeit bekommt. Billige Betreuung ist die teuerste Variante, weil die Monate, die sie kostet, nicht wiederkommen.

Warum Vollbetreuung dort liegt, wo sie liegt

Der Prozentsatz wirkt groß, bis man aufschlüsselt, was ihn tatsächlich treibt.

Chatting ist der teure Teil — und der profitable. Auf den meisten gut geführten Seiten kommt der größte Teil des Umsatzes gar nicht aus Abos, sondern aus DMs und PPV. Das ordentlich zu machen heißt: Jemand antwortet Fans innerhalb von Minuten, in ihrer Sprache, zu ihren Wachzeiten, sieben Tage die Woche. Das ist ein besetzter Schichtplan über Zeitzonen hinweg und der größte Einzelkostenblock einer Agentur.

Traffic ist Dauerarbeit, keine Kampagne. Social Accounts werden gesperrt, Algorithmen verschieben sich, Reddit-Regeln ändern sich. Mehrere Kanäle am Leben zu halten ist laufende Arbeit — unabhängig davon, wie ein einzelner Monat läuft.

Die Agentur trägt das Risiko mit. Bei reiner Provision kostet ein schlechter Monat sie anteilig genau das, was er dich kostet. Die Chatterinnen sind da längst bezahlt.

Rechnet man das zusammen, wirkt ein 30-%-Angebot eher dünn als großzügig. Die Frage ist nie, ob 40 % eine große Zahl sind — das sind sie offensichtlich. Die Frage ist, was sie kaufen und ob das Ergebnis die Hürde unten nimmt.

Die Zahl, die es wirklich entscheidet: Break-even-Wachstum

Hier ist die Rechnung, die fast niemand macht — und die einzige, auf die es ankommt.

Wenn eine Agentur c von deinem Netto nimmt, bleiben dir (1 − c). Damit du durch den Deal nicht schlechter dastehst, muss dein Umsatz um den Faktor 1 ÷ (1 − c) wachsen:

Agentur nimmt Dein Umsatz muss steigen um nur um gleichzuziehen
20 % +25 % du verdienst so viel wie vorher
30 % +43 % du verdienst so viel wie vorher
40 % +67 % du verdienst so viel wie vorher
50 % +100 % du verdienst so viel wie vorher

Lies die Tabelle zweimal — und dann lies den Vergleich richtig, denn die meisten verstehen ihn falsch.

Der Break-even-Wert ist keine Prognose, dass du Geld verlierst. Er ist die Hürde, die die Agentur nehmen muss, und die ehrlichste Art, eine zu beurteilen. Bei 40 % liegt sie bei +67 %, und Vollbetreuung nimmt sie regelmäßig aus einem einfachen Grund: Sie optimiert nicht, was du ohnehin tust, sondern ergänzt ganze Kanäle, die du gar nicht gefahren hast. Eine Seite ohne Traffic-System und ohne Chat-Schichtplan ist meist nicht 67 % von ihrer Decke entfernt, sondern ein Vielfaches — weil die zwei größten Umsatzhebel schlicht ausgeschaltet waren.

Eine Veranschaulichung, kein Versprechen, denn Ergebnisse kann niemand garantieren:

Du liegst aktuell bei 3.000 € im Monat, machst alles selbst, und deine DMs bleiben nachts liegen. Mit Traffic und einem Chat-Schichtplan rund um die Uhr erreicht die Seite 9.000 €. Bei 40 % bleiben dir 5.400 € — und du beantwortest keine Nachrichten mehr um zwei Uhr nachts.

Ob das eintritt, hängt von deinem Content, deiner Nische, deiner Konsequenz und vom Markt ab. Genau deshalb ist die Zahl, die du vor der Unterschrift notierst, dein aktueller Monatsdurchschnitt. Es ist die einzige Vergleichsbasis, die es je geben wird — und sie macht aus „hat das was gebracht?" ein Gefühl weniger und eine Tatsache mehr.

Was der Prozentsatz abdecken sollte

Bei Vollbetreuungssätzen sollte nichts davon ein zusätzlicher Posten sein:

  • Content-Strategie und Postingplan
  • Uploads, Captions und Terminierung
  • Traffic: Social Accounts, Reddit, Content-Verteilung
  • Chatting und PPV-Monetarisierung, idealerweise über Zeitzonen hinweg
  • Preise, Aktionen und Kampagnenplanung
  • Auswertungen, die du deiner Steuerberatung geben kannst

Was er nicht abdecken sollte, weil es das gar nicht geben sollte: Einrichtungsgebühren, „Onboarding"-Kosten, Pflichtkäufe von Ausrüstung, kostenpflichtige Content-Pakete oder irgendetwas, das du zahlst, bevor du verdient hast.

Die Modelle, die dir begegnen werden

Reine Provision. Der Standard und das einzige Modell, das beide Seiten gleich ausrichtet: Die Agentur verdient, wenn du verdienst. Stockt das Wachstum, spüren es beide.

Provision plus Fixum. Ein fester Monatsbetrag zusätzlich zum Prozentsatz. Gelegentlich legitim bei großen Produktionen mit echten Fixkosten, bei einer einzelnen Creatorin heißt es meist, dass du ihr Risiko trägst.

Vorab- oder Einrichtungsgebühr. Nein. Ein Provisionsmodell bezahlt das Onboarding bereits. Eine Agentur, die Geld braucht, bevor sie welches erwirtschaftet hat, sagt dir damit, dass ihr Geschäft nicht auf Ergebnissen beruht.

„Gehalt" oder fester Monatsbetrag. Klingt nach Sicherheit und ist meist das Gegenteil — in der Regel bedeutet es, dass die Agentur das Konto kontrolliert und du einen Bruchteil dessen bekommst, was es erwirtschaftet. Dazu gibt es eine eigene Diskussion unter wie das Verhältnis zwischen Agentur und Model rechtlich funktioniert.

Warnsignale rund um die Zahl

  • Die Bezugsgröße kommt nicht schriftlich. Brutto oder netto entscheidet über ein Fünftel deines Geldes.
  • Es wird auf Brutto abgerechnet, ohne das zu sagen. Nicht verboten, aber wenn es nicht klar dasteht, frag warum.
  • Deine Auszahlungen laufen auf ihr Konto und sie reichen deinen Anteil weiter. Nie akzeptabel — das ist der Punkt, der Creatorinnen alles kostet, siehe seriöse Agentur erkennen.
  • Lange Bindung. Zwölf Monate mit Vertragsstrafe heißt: Sie rechnen nicht damit, dass du bleiben willst.
  • Der Prozentsatz steigt mit deinem Verdienst, statt zu sinken. Skalierung sollte dich belohnen, nicht sie.
  • Gar kein schriftlicher Vertrag. Ein per Sprachnachricht vereinbarter Prozentsatz ist keine Vereinbarung.

So rechnest du ein konkretes Angebot durch

  1. Hol dir die Bezugsgröße schriftlich — brutto oder netto.
  2. Rechne sie in Euro um. X % vom Netto sind bei deinem aktuellen Umsatz Y pro Monat. Schau dir diese Zahl an.
  3. Prüfe das Break-even-Wachstum aus der Tabelle oben. Traust du dieser Agentur das zu?
  4. Frag, was in Monat drei passiert, wenn es nicht eingetreten ist. Eine souveräne Agentur beantwortet das entspannt.
  5. Prüfe den Ausgang. Kündigungsfrist, wem das Konto gehört, was mit dem Content passiert.

Halten die Antworten stand, verliert der Prozentsatz fast seine Bedeutung. Sechzig Prozent einer vervierfachten Seite schlagen hundert Prozent einer, die sich nicht bewegt hat — solange das Wachstum echt ist.

Wie wir das bei Pony Agency machen

Die Bewerbung ist kostenlos; es gibt keine Vorabkosten, Einrichtungs- oder Grundgebühren und keine Pflichtkäufe. Bei der Vollbetreuung erhält Pony Agency 60 % und die Creatorin 40 % des Netto-Umsatzes nach Plattformgebühren sowie Chargebacks und Rückläufern. Wir rechnen nie auf die Brutto-Ausgaben der Fans ab. Der Agenturanteil deckt die hier beschriebene Vollbetreuung: Management, den besetzten Chatbetrieb, Content- und Preisstrategie, Promotion und Account-Support.

Der Vertrag ist nicht exklusiv, läuft unbefristet und kann von beiden Seiten mit 30 Tagen Frist beendet werden. Aufteilung und Berechnungsgrundlage stehen schriftlich im Vertrag, bevor jemand anfängt.

Dein Content und bereits bestehende Accounts bleiben dein Eigentum. Accounts, die Pony Agency selbst erstellt, verbleiben bei der Agentur. Dein Auszahlungskonto bleibt deines und dein Geld läuft nie über uns: Unser Anteil wird von deinem eigenen Konto gezahlt, nachdem die Plattform dich ausgezahlt hat.

Bewirb dich bei Pony Agency, und wir zeigen dir die Zahlen für deinen konkreten Fall, bevor du dich zu irgendetwas verpflichtest.

FAQ

Wie viel Prozent nehmen OnlyFans-Agenturen üblicherweise?

Zwischen 20 % und 50 % je nach Umfang: grob 15–25 % nur für Marketing, 20–30 % nur für Chatting und 30–50 % für volle Betreuung. Über 50 % ist selten und braucht einen sehr guten Grund.

Wird der Agenturanteil vor oder nach den 20 % von OnlyFans berechnet?

Das hängt komplett von der Agentur ab, und es ist der wichtigste Punkt überhaupt. Bei 1.000 $ Fan-Ausgaben bleiben dir bei 40 % vom Brutto 400 $, bei 40 % vom Netto 480 $ — gleiche Zahl auf dem Schild, 20 % mehr Geld.

Sind 50 % für eine OnlyFans-Agentur zu viel?

Nicht automatisch, aber bei 50 % muss die Agentur deinen Umsatz verdoppeln, bevor du einen Cent mehr hast als jetzt. Das ist eine hohe Hürde. Frag genau, was du dafür bekommst — und was passiert, wenn es nicht geliefert wird.

Sollte ich eine Agentur je im Voraus bezahlen?

Nein. Ein Provisionsmodell deckt das Onboarding bereits ab. Einrichtungsgebühren, Onboarding-Kosten und Pflichtkäufe sind das deutlichste Zeichen dafür, dass das Geschäft der Agentur nicht von deinen Ergebnissen abhängt.

Nehmen Agenturen auch von Tips und PPV einen Anteil?

Meist ja — der Prozentsatz gilt normalerweise für alles, was das Konto einnimmt. Lass dir den genauen Umfang schriftlich geben, inklusive Tips, PPV, Custom Content und weiterer Plattformen.

Was ist eine faire Vertragslaufzeit?

Monatlich oder eine kurze Anfangslaufzeit mit klarer Kündigungsfrist. Zwölfmonatige Bindungen mit Vertragsstrafe sind eine Falle, gerade wenn du neu bist und die Ergebnisse noch nicht einschätzen kannst.


Der Prozentsatz ist die zweite Frage. Die erste lautet: Prozent wovon. Hol dir Bezugsgröße und Kündigungsfrist schriftlich, rechne aus, welches Wachstum nötig ist, und vergleiche es mit einer Basis, die du selbst notiert hast — oder bewirb dich bei Pony Agency, und wir rechnen das mit dir durch.